Getreideernte hat begonnen – Landwirte hoffen auf gute Erträge, Preise sind aber auf niedrigem Niveau

In den meisten Regionen Sachsen-Anhalts hat die Getreideernte begonnen. Auch im Salzlandkreis wurde die erste Wintergeste auf den leichten Standorten geborgen wie der Bauernverband Salzland e.V. mitteilt.
Im Vorfeld hat der Bauernverband Sachsen-Anhalt mit Hilfe von Landwirten aus allen Anbauregionen unseres Landes die Erträge bei Getreide und Raps einschätzen lassen.
Als erste Frucht ist von ca. 5.860 Hektar Wintergerste zu ernten. Es ist mit einer guten Wintergerstenernte um 70 bis 75 Dezitonnen pro Hektar zu rechnen.
Kurz nach der Wintergerste folgt als zweitwichtigste Frucht in unserem Kreis der Winterraps auf einer Fläche von rund 16.860 Hektar. Das daraus gewonnene Rapsöl geht wird als Nahrungsmittel verwendet oder geht in die Biodieselproduktion. Bei der Verarbeitung fallen über 50% Rapsschrot an, welches ein wichtiges Futtermittel ist. Mittlere Erträge liegen bei 40 Dezitonnen je Hektar und werden in diesem Jahr sicher erreicht.
Die wichtigste Kultur ist in Sachsen-Anhalt Winterweizen und auch in unserem Landkreis Winterweizen. Brotweizenqualitäten sind international gesucht. Winterweizen steht auf rund 41.150 Hektar. Das sind etwa 40 % der Ackerfläche des Landkreises. Erträge zwischen 70 Dezitonnen je Hektar auf leichten Standorten und um die 80 Dezitonnen je Hektar auf den guten Böden in der Börde wären ein gutes Ergebnis.
In unserem Kreis werden mit Hartweizen und Dinkel auch besondere Getreidekulturen angebaut. Die in der Saalemühle Alsleben aufgebauten Verarbeitungsstrecken wirken sich positiv aus.

Die von Fachexperten und Landhändlern in den nächsten Monaten erwarteten Marktpreise bei Weizen und Gerste werden vom Bauernverband mit Sorge bewertet. Die Preise sollen sich demnach weiter auf dem aktuell niedrigen Niveau bewegen. Ausschlaggebend sind aber externe Einflüsse, wie Witterung und Erträge in den USA, die Ertragslage in Russland, Währungsschwankungen und auch der Brexit. International volle Getreidebilanzen lassen vorerst nicht mit einem Preisanstieg rechnen.