Fachexkursion zum IPK – Mitglieder des Bauernverbandes Salzland besuchen das Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben

Statt einer traditionellen Feldrundfahrt führte die Tour in diesem Jahr zum IPK Gatersleben. Das IPK ist eine international führende wissenschaftliche Einrichtung auf den Gebieten der Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung. Zentrales Anliegen der wissenschaftlichen Arbeiten am IPK ist die Bewahrung, Untersuchung und Erschließung der genetischen Vielfalt von Kultur- und Wildpflanzen. Die Erkenntnisse daraus ermöglichen es (in einem Kurzfilm wurde dies gut sichtbar), pflanzengenetische Ressourcen besser zu nutzen.

Dr. Manuela Nagel, wissenschaftliche Mitarbeiterin stellte bei der Beantwortung vieler Fragen der Landwirte die Forschung für eine effiziente und nachhaltige Nutzung der Kulturpflanzenvielfalt in den Fokus des Institutes. Bei der anschließenden Führung durch die Räumlichkeiten der Abteilung Genbank wurden wichtige Abläufe bei der Erfassung, Aufbereitung, Kennzeichnung zur weiteren Bearbeitung der Saatgutproben erlebbar. Bei der Keimfähigkeitsprüfung erstaunten positive Ergebnisse von fast 50 Jahren). Mit einem Gesamtbestand von über 150.000 Mustern aus ca. 3000 Arten zählt die Genbank des IPK zu den weltweit größten Einrichtungen ihrer Art. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung des Verlusts der genetischen Vielfalt sowie des Aussterbens von Kulturpflanzen und ihrer verwandten Wildarten. Neben Gatersleben verfügt die Genbank über zwei Standorte in Mecklenburg-Vorpommern, Groß Lüsewitz und Malchow. Dort erfolgt die Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen von Öl- und Futterpflanzen sowie Kartoffeln.

Der größte Teil der Sammlung lagert in Form von Saatgut in speziellen Kühlräumen bei Minus 18 Grad Celcius (sh. Bild). Die Keimfähigkeit bleibt dort über mehrere Jahrzehnte erhalten.

Dipl. Ing. agr. Peter Schreiber, Versuchsfeldleiter erläuterte bei der folgenden Feldbegehung die Vermehrung der pflanzengenetischen Ressourcen im Freilandanbau als auch in Gewächshäusern auf rd. 20 Hektar.

Ziel ist eine weitestgehend genetisch-identische Reproduktion der Sammlungsbestände. Hierzu werden jedes Jahr über 7. 000 Muster angebaut. Auch mit landwirtschaftlichen Praxisbetrieben im Salzlandkreis gibt es Kooperationsbeziehungen, u.a. beim Erntedrusch betonte Schreiber.

Andere Bereiche, in denen die Gaterslebener forschen, sind der  Selbstschutz von Pflanzen vor Krankheiten, die Züchtung von Pflanzen, die Nährstoffe besser verwerten oder an ein sich änderndes Klima besser anpassen können, um eine umweltschonende Pflanzenproduktion.

Das IPK existiert seit über 70 Jahren in Gatersleben, ist eine außeruniversitäre, mit Bundes- und Ländermitteln geförderte Forschungseinrichtung und Mitglied der Leibniz- Gemeinschaft. Am IPK forschen und arbeiten mehr als 500 Mitarbeiter aus über 30 Nationen. Es ist somit auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Die Landwirte resümierten, dass das Wirken dieses Institutes eine gute Anlage von Steuergeldern im Interesse der Landwirtschaft und der Gesellschaft sei.

Nach dem fachlichen Teil fügte sich noch eine Schlossführung in Ballenstedt und ein Besuch der Roseburg an. Auf der Rückfahrt nach Bernburg-Strenzfeld hielt Geschäftsführerin Susanne Brandt noch einige wichtige Informationen bereit und stellte die in nächster Zeit anliegenden Aufgaben vor.

Foto 1: Blick in eine Kühlzelle mit Samenproben

Foto 2: Peter Schreiber mit den Teilnehmern am Versuchsfeld

Dr. Harald Lütkemeier

Bauernverband Salzland e.V.