Afrikanische Schweinepest Informationen zur Schwarzwildreduzierung – Bejagungsschneisen

 

 

 

 

 

 

 

 

Die ASP breitet sich immer weiter von Osteuropa Richtung Deutschland aus. Als eine Ursache der Verbreitung wird der sich permanent vergrößernde Schwarzwildbestand gesehen.

Die Bejagung von Schwarzwild stellt deshalb eine wichtige Maßnahme zur Verhinderung der Ausbreitung der ASP dar. Vor diesem Hintergrund sollten sowohl Landwirte als Jäger alle Möglichkeiten präventiver Maßnahmen nutzen.

Zur Erleichterung der Bejagung von Schwarzwild gibt es im Rahmen der Flächenbewirtschaftung und der Antragstellung für Direktzahlungen in Sachsen-Anhalt verschiedene Möglichkeiten:

  1. Frühernte eines entsprechenden Streifens auf einer mit einer Ackerkultur (zB. Mais) bestellten Fläche.

Die Bejagungsschneise kann ohne Meldepflicht gegenüber dem ALFF angelegt werden

  1. Anlegen einer separat ausgewiesenen Parzelle mit einem für die Bejagung geeigneten Bewuchs

Separate Flächenausweisung zur Antragstellung erforderlich

  1. Anlegen eines Brachestreifens auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, eines Brachestreifens am Waldrand oder eines Pufferstreifens als ökologische Vorrangfläche (ÖVF)

Die so ausgewiesenen Streifen können für die 5 % Greening-Verpflichtung angerechnet werden. Es müssen aber die Auflagen für diese Streifen (max. Breite, Anteil an der Gesamtfläche des Schlages, genaue Flächenbeantragung) beachtet werden um CC-relevante Fehler und Kürzungen bei den Direktzahlungen zu vermeiden.

(a bis c siehe Informationsschreiben des MULE Nr. 5/2017)

  1. Neu in Sachsen-Anhalt zum Antrag 2018

Information aus dem MULE (20. Februar 2018):

Einführung eines neuen Nutzcodes im Agrarantrag 2018 – „Mais mit Bejagungsschneisen“ (NC 177)

Ab dem Antragsjahr 2018 wird der Mischcode „Mais mit Bejagungsschneise“ als ergänzende Maßnahme im Agrarantrag angeboten.

Bejagungsschneisen können in Sachsen-Anhalt neben den bisher bereits bestehenden Möglichkeiten künftig auch als Streifen oder Teilflächen einer ansonsten einheitlich bewirtschafteten Ackerfläche angelegt werden, sofern diese nur einen marginalen Anteil an der Gesamtfläche des Schlages ausmachen. Eine gesonderte Ausweisung der Streifen oder Teilflächen ist im Sammelantrag nicht erforderlich. Als marginal oder von untergeordneter Größe gilt ein Flächenanteil von max. 25 % am Gesamtschlag.

In Deutschland wurde hierfür ein neuer Mischcode „NC177 – Mais mit Bejagungsschneise ausschließlich für den Maisanbau eingeführt und wird ab 2018 auch in Sachsen-Anhalt gelten.

Die Verwendung dieses Mischcodes ist nur unter diesen Bedingungen möglich. Zusätzlich ist zu beachten, dass diese Schneisen oder Teilflächen nicht als ökologische Vorrangflächen oder im Rahmen der AUKM angemeldet werden können.

Die Streifen oder Teilflächen können mit einer anderen Kultur oder Kulturartenmischung als der übrige Teil des Schlages (Mais) angelegt oder aber auch aus der Erzeugung genommen werden. Sofern solche Flächen aus der Erzeugung genommen wurden, finden die Mindestanforderungen an die Bodenbedeckung im Rahmen von Cross Compliance (Begrünungsauflage, Schonzeitraum 1. April bis 30. Juni) keine Anwendung (§ 5 Abs. 4 Satz 2 der AgrarZahlVerpflV). Wird der marginale Anteil an der Gesamtfläche überschritten, entfällt allerdings diese Befreiung von den Cross Compliance-Vorschriften.

Ferner ist zu beachten: Werden die Streifen oder die Teilflächen ganzjährig aus der Erzeugung genommen, ist die Mindesttätigkeit durchzuführen.

Der Salzlandkreis übernimmt ab 01.04.2018 die Kosten für die Trichinenuntersuchung sowie die Entsorgungskosten für Schwarzwild mit Duncker‘schem Muskelegel.

Bauernverband und Kreisjägerschaft fordern Landwirte und Jäger im Salzlandkreis auf, diese Möglichkeiten zur Erleichterung der Bejagung von Schwarzwild gemeinsam in den Revieren zu besprechen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer gemeinsamer Forderungen und Vorschläge wie:

  • Zulassung geregelter Jagd in Kernzonen von Naturschutzgebieten
  • Entwicklung von Projekten und Unterstützung der Vermarktung von Wildbrett durch das Land und die Agrarmarketinggesellschaft um das größere Aufkommen an Wildbrett effizient zu vermarkten und zu verwerten
  • Freigabe von unterstützenden Geräten für die Jagd (Wärmebildzusatzgeräte…)

Der Landkreis hat eine Sachverständigengruppe zur ASP berufen. In dieser werden Vertreter der Kreisjägerschaft und des Bauernverbandes mitarbeiten.

Unter Federführung des Fachdienstes 33: Katastrophenschutzes und des FD 31: Veterinärwesen werden Notfallpläne vorbereitet. Autobahnreststätten und Autohöfe werden engmaschiger auf ordnungsgemäße Entsorgungsbehälter kontrolliert. Es wird davon ausgegangen, dass die Verbreitung der ASP auch über weggeworfene Lebensmittel erfolgt.

Funde von gefallenen Tieren müssen unbedingt einer Untersuchung zugeführt werden. Dafür zahlt das Land eine Prämie von 50 €.  An den Kurierstellen sind entsprechende Probenahmetüten hinterlegt. Diese sollte jeder Jäger bei sich führen.

Nur durch gemeinsames Handeln im ländlichen Raum und mit der Verwaltung wird es (vielleicht) gelingen extremen Schaden von Sachsen-Anhalt fernzuhalten.

Bernburg/Calbe im März 2018

Info BV Salzland und KJM zu ASP 1