Beim Verbandstag des Bauernverbandes Salzland in der Zuckerfabrik wird das Jahr 2018 bilanziert

Von Harald Lütkemeier

Könnern /MZ-    Der Verbandschef   Steffen Gerber zog zu Beginn des Verbandstages in der Zuckerfabrik Könnern ein recht differenziertes Fazit über das vergangene Landwirtschaftsjahr. Mit dem Wort des Jahres 2018 „Heißzeit“ (im Dezember von der Gesellschaft für deutsche Sprache alljährlich gewählt) verwies Gerber sehr treffend auf sich verändernde Witterungsverläufe, im Jahresdurchschnitt fielen nur 372 Liter Niederschlag je Quadratmeter im Salzlandkreis, Extremhitze gab es bereits im Mai.

„Es wurden unbefriedigende Erträge (bei Raps 27 Dezitonnen je Hektar(dt/ha) erreicht, beim Winterweizen 53 dt/ha und Durum 25 dt/ha. Die Ertragsausfälle in den Mitgliedsbetrieben lägen bei etwa 30 bis über 50 Prozent, sehr unbefriedigend sind auch die Zuckerrübenerträge und die Ergebnisse im Majorananbau “, betonte Gerber. Darüber hinaus seien die niedrigen Marktpreise eine Herausforderung für die Ackerbaubetriebe, ebenso für die tierhaltenden Betriebe im Hinblick auf deren weitere Entwicklung und Profilierung in den nächsten Jahren.                                 

Der Vorsitzende sprach wichtige Themen an, die die Landwirte in jüngster Vergangenheit beschäftigt haben, so u.a. den Einsatz von Pflanzenschutzmittel, Umsetzung des Düngerechts, die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest(ASP), Ausweisung  Natura 2000 – Gebiete, Nitratbelastung des Grundwassers sowie auch zur Ausbreitung  der Biber und Wölfe . Zur ASP erhalten die Mitgliedsbetriebe vom Bauernverband (BV) wichtige Informationen zu Verhaltensregeln im Kampf gegen die Seuche. Das ASP- Virus ist zwar für den Menschen ungefährlich, für Schweine indes tödlich., 39 Schweinehalter gibt es im Salzlandkreis.

Geschäftsführerin Susanne Brandt würdigte in ihrem Geschäftsbericht des BV Salzland das hohe ehrenamtliche Engagement vieler Mitglieder, zum Beispiel in den Fachausschüssen des Landesbauernverbandes, die Beteiligung an Fachprojekten und Veranstaltungen. Sie hob die positive Mitgliederentwicklung und der Mitgliedsfläche hervor (Übersicht). Der vom BV initiierte Junglandwirte -Stammtisch arbeitet recht kreativ und eigenständig, in der Aus- und Weiterbildung sowie auch in der Öffentlichkeitsarbeit werden gute Fortschritte erreicht.

Agrar- Staatssekrektär Ralf-Peter Weber überbrachte den Dank an die Bauern für ihr großes Engagement und vermittelt wesentliche Schwerpunkte in der Agrarpolitik aus der Sicht der Landesregierung. Dabei wurden besonders die aktuellen Herausforderungen im Pflanzenschutz mit dem Wegfall wichtiger Wirkstoffe, bei der Senkung der Nitratbelastung und zu den Vorstellungen der Gemeinsamen Agrarpolitik in Europa nach 2020 sichtbar.

Jörg Kamprad, Vizepräsident des Landesbauernverbandes Sachsen-Anhalt forderte vom Agrarministerium aus Sicht der Verbandsarbeit eine frühzeitige Einbeziehung in betreffende relevante Entscheidungen, vor allem klare Positionierungen und nicht zuletzt wirksame Unterstützung, z.B. im Verfahren zur Dürrebeihilfe, Umsetzung der Düngeverordnung, Natura 2000 sowie der verschärften Auflagen bei der Bekämpfung von Feldmäusen.

In einer regen Diskussion brachten die Bauern dazu ihre Unsicherheit bzw. Unmut zum Ausdruck und forderten mehr Unterstützung, statt immer weiter wachsender Bürokratie.  

Gerber benannte in seinem Schlusswort wichtige Arbeitsthemen für 2019 : Gespräche mit Naturschutzbehörden und zur Landespolitik mit der Landesregierung, mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten bevor Verordnungen und Erlasse in Kraft treten.

BAUERNVERBAND  Salzland

Wirtschaftsfaktor Landwirtschaft

Der Bauernverband (BV) Salzland e.V. umfasst 2019 eine Mitgliedsfläche von 37.675Hektar. Unter Einbeziehung der Mitgliedsflächen aus dem Salzlandkreis in den BV Nordharz und BV Börde (insgesamt 30.000ha) sind dies 60 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Salzlandkreises. Im Jahr 2019 sind im BV 62 landwirtschaftliche Betriebe, 11Einzelmitglieder und 19 Betriebe mit Tierhaltung organisiert. Die Salzlandsparkasse als förderndes Mitglied ist im Verband vertreten. Die Landwirtschaft spielt im Salzlandkreis eine bedeutende Rolle als Wirtschaftsfaktor.Die Nutzfläche des Salzlandkreises beträgt 101 537 Hektar, davon rund 4000 Hektar Grünland. Winterweizen wird als wichtigste Kultur auf 45 Prozent der Fläche angebaut.


Foto: Sts. Dr. Ralf-Peter Weber im Disput mit Versammlungsleiter Ekkehard Horrmann