Exkursionsrundfahrt nach Stangerode und Molmerswende

Mehr als 20 Mitglieder des Bauernverbandes Salzland besuchten Nordmann`s Wildpark Stangerode im schönen Leinetal und am Nachmittag das Landwirtschaftsunternehmen Jan Becker in Molmerswende.

Der Nordmann-Wildpark als Familienunternehmen in dem 360 – Einwohner- Ort besitzt als einer der größten Arbeitgeber eine große Ausstrahlung für einen naturnahen Tourismus in der Region und ist geprägt von einem hohen Engagement und Initiativgeist des gesamten Teams. Zum klassischen Beherbergungsbetrieb mit über 50 Zimmern und zwei Restaurants sind in den zurückliegenden Jahren unter anderem eine großzügige Reithalle,eine Bowlingbahn, eine Sporthalle sowie eine große Wellness- und Sauna-Landschaft hinzugekommen. Zudem betreiben die Hälfte der über 80 Nordmann-Mitarbeiter auf rd. 1.000 Hektar Land- und Forstwirtschaft: Auf Stangerodes Weiden grasen Galloway- und Highland- Rinder sowie mit 300 Tieren die größte zusammenlebende Bisonherde Europas. Deren Fleisch, bio-zertifiziert, wird selbst verarbeitet und vermarktet. Auf eigens angelegten Rund- und Wanderwegen kann man mit einer Wildparkkarte die rund 1000 Tiere (unter anderem Rot- und Dammwild, Mufflons und Kamerunschafe) beobachten. Die Exkursionsteilnehmer erfuhren während einer Wildpark-Safari durch das große naturbelassene Gelände vom „Jeep-Ranger“ interessante Informationen zur Haltung, ganzjährigen Betreuung, zum Lebensrhythmus/ Verhalten der Herden. Dabei wurden in den regen Gesprächen auch die täglichen Herausforderungen, stete verantwortungsvolle Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter des Wildparks für das Wohlergehen aller Tiere zur Freude und Erholung der stetig wachsenden Besucher sichtbar.

Nach einem schmackhaften Mittagessen im Restaurant “Wildschütz“ mit regionaltypischen Gerichten und einem herzlichen Dankeschön erfolgte die Weiterfahrt nach Molmerswende. 

Unterharzer Landwirtschaftsbetrieb Becker

Hans-Heinrich Becker (74) sen. in Vertretung seines Sohnes begrüßte seine Berufskollegen auf dem Wirtschaftshof auf das herzlichste, gab sogleich einen Betriebsüberblick (ca. 560 ha Landwirtschaftliche Nutzfläche, dav. 60 ha Grünland) und lud zur Flurfahrt mit dem Besuch seiner „geliebten“ Mutterkuhherde Rotes Höhenvieh ein. Nach kurzem Rufen erschienen die über 20 Mutterkühe mit ihren Kälbern, Jungtiere und der Bulle als „Chef“. Einige Tiere wurden mehrfach auf dem alljährlichen Harzer Landwirtschaftsfest in Reinstedt ausgezeichnet, vielfache Prämierungen, so auch die 7jährige Bruna mit Kuhkalb als Bundessieger 2017 sind der völlig berechtigte Stolz des Züchters. Alle Berufskollegen waren von dieser prächtigen Herde in naturnaher Haltung begeistert, die Süßgräser der Bergwiesen vom Leinetal zum Selketal schmecken den Tieren offensichtlich vorzüglich. Für Senior Becker ist die Landwirtschaft Herzensangelegenheit, auf der Flurfahrt vermittelte er den „jüngeren Kollegen“ seine Lebens- und Landwirtschaftsgeschichte (1960- LPG Typ I, 1991- Neugründung des privaten Betriebes) sowie seine heimatverbundene Familiengeschichte.  Das jetzige, vom Sohn geführte Landwirtschaftsunternehmen ist auch heute mit der funktionierenden dörflichen Entwicklung des 240 Seelendorfes eng verbunden. Eine starke dörfliche Gemeinschaft mit hohem ehrenamtlichen Engagement gestaltet ein erstaunlich vielfältiges kulturelles Leben in Molmerswende.  Der aus Umnutzungen leerstehender ehemaliger landwirtschaftlicher Gebäudeentstandene Kunsthof Molmerswende mit der freischaffenden Malerin Heike Wolff und der Keramikmeisterin Silke Becker (die beiden Töchter vom Senior Becker) mit beachtlicher Töpferei ist regional gut vernetzt und mit vielen Veranstaltungen jährlich sehr präsent (www.heikewolff.de).

Aus einer alten und unter Denkmalschutz stehenden Gastwirtschaft entstand in Molmerswende das komplett sanierte Landhaus LIWET, welches seit 2015 dem Integrativen Kunstverein LIWET zur Verfügung steht. Die kreative Arbeit mit Menschen mit Behinderungen ist ein zentrales Anliegen des Vereins. Hier gibt es ganzjährig unterschiedliche Angebote zur kreativen Betätigung. Darüber hinaus wird das Landhaus vielfältig neben Veranstaltungen, Feiern von Besuchern genutzt.

Die Exkursionsteilnehmer haben den Kunsthof eingehend besichtigt sowie im Landhaus bei Kaffee und Kuchen und angeregten Gesprächen nachhaltige Eindrücke für weiteres eigenes ehrenamtliches Engagement erhalten, dafür wurden den engagierten Gastgebern herzlich gedankt.